Erschließung von Fotografien der Städtischen Bildstelle
Fotografische Zeugnisse der Vergangenheit gehören zu den meistgenutzten Beständen in Archiven. In ihnen sind nicht nur das Alltagsgeschehen, die Mode verschiedener Epochen oder historische Ereignisse festgehalten, sie enthalten auch oft ganz persönliche Bezüge für Nutzerinnen und Nutzer.
Ein wertvoller Bildbestand, der bisher nur in geringem Maße der Öffentlichkeit zur Verfügung stand, stellt das umfangreiche und historisch wertvolle Bildarchiv der Städtischen Bildstelle dar, welche 1957 gegründet wurde.
Mit der Umstellung auf digitale Fotografie im Jahr 2003 wurden alle bis dahin entstandene Fotos an das Stadtarchiv abgegeben. Die Aufnahmen befinden sich auf unterschiedlichen Trägermaterialien wie Glasplatten oder Negativstreifen. Teilweise liegen sie auch als Papierpositive oder Dias vor. Knapp 300.000 Kleinbildfilmnegative wurden bereits vollständig im Auftrag des Stadtarchivs digitalisiert.
Bildergalerie
Eine Auswahl der Digitalisate (Bestand 8/BA Bildstelle I) wird im Rahmen eines Pilotprojektes im Jahr 2025 nun archivisch erschlossen und somit öffentlich zugänglich gemacht. Hierbei werden die nur rudimentär vorhandenen Informationen zu den einzelnen Fotografien in der Archivdatenbank des Stadtarchivs mit weiteren Metadaten angereichert, die Datensätze mit den Digitalisaten und Normdaten (GND) verknüpft und schließlich in Online-Findmittel und Archivportale hochgeladen, womit sie von jedem beliebigen Ort aus recherchierbar sind. Die Maßnahme wird von der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg gefördert.
Im Gegensatz zu den hochkarätigen und häufig für Bildbände, Publikationen, Ausstellungen oder wissenschaftliche Forschungsvorhaben genutzten Fotografien des Pressefotografen Horst Schlesiger (Bestand 8/BA Schlesiger) beleuchten die eindrucksvollen Aufnahmen der Bildstelle das gesellschaftliche Stadtleben und die Geschichte Karlsruhes seit der Kriegs- und Nachkriegszeit auf einmalige Weise. Der Fundus an zeithistorischen Bilddokumenten gewährt darüber hinaus seltene Einblicke hinter die Kulissen der Stadtverwaltung und -politik aus kommunaler Perspektive und zeigt das Stadtbild im Wandel der Zeit.
Die bei der Durchführung des Pilotprojekts gewonnenen Erfahrungen sollen als Grundlage weiterführender Maßnahmen zur inhaltlichen Erschließung von voraussichtlich rund 60.000 aus dem Gesamtumfang ausgewählten Datensätzen dienen. Nach Abschluss des Projekts können alle Fotos im Lesesaal des Stadtarchivs sowie online durchsucht und eingesehen werden.