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BNN vom 31. März 2025

Pressebericht über das Stadtmuseum

Schlesiger-Fotos im Stadtmuseum

Ein Blick auf Karlsruhe durch die Kamera seines bekanntesten Chronisten

Von Ute Bauermeister

Karlsruhe. Munteres Treiben herrschte am Eröffnungstag des Rüppurrer Freibades im Jahre 1953. In voller Kleidung standen die Erwachsenen um das prall gefüllte Kinderbecken herum. Im Folgejahr schippten zwei Männer im selben Becken den meterhohen Schnee. Solche Szenarien hat Horst Schlesiger fotografisch festgehalten. Dieses Jahr wäre der bekannte Fotograf 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Grund wurde ihm im Stadtmuseum im Prinz-Max-Palais eine sehenswerte Ausstellung gewidmet, die vergangenen Freitag vor viel Publikum und mit beschwingter musikalischer Begleitung dank der Cherrys Band eröffnet wurde.

Bei der Ausstellung "Szenen einer Stadt" gibt es viele Bilder des Karlsruher Fotografen Horst Schlesiger zu sehen.

Zu sehen sind 300 Schwarz-Weiß Fotografien, die in einer sehr gelungenen Architektur und Anordnung präsentiert werden. Horst Schlesiger, 1925 in Halle geboren, kam als Zwölfjähriger in die Fächerstadt, absolvierte eine Fotografenlehre und arbeitete als Fotograf bei der Polizei. Von 1950 bis 1990 war er freiberuflich als Bildjournalist für die BNN tätig.

In der Ausstellung gibt es daher auch Lese-Ecken mit alten Zeitungsausgaben und seinen Bildern. Kaum ein anderer habe das Leben in Karlsruhe so facettenreich dokumentiert wie Horst Schlesiger, sagte Bürgermeister Albert Käuflein (CDU), bei der Eröffnung. Und tatsächlich lässt sich beim Betrachten in Erinnerungen schwelgen: wie viel Schnee es früher hier gab, wie die Kaiserstraße damals aussah, wie Udo Jürgens 1969 die Fans in der Schwarzwaldhalle beglückte, wie der Protest gegen die Nordtangente 1979 ausgefochten wurde oder wie Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) auf dem Schlossplatz 1980 eine Wahlkampfveranstaltung durchführte.

Unterstützt durch seine Frau Lilo hat Horst Schlesiger insgesamt rund 70.000 Bilder veröffentlicht, die heute alle im Stadtarchiv bewahrt werden und auch digital zugänglich sind. Durch Schlesigers Linse können sich Besuchende nun auf eine bildgewaltige Zeitreise begeben und eine lebendige, sich im Laufe der Zeit wandelnde Fächerstadt entdecken.

Albert Käuflein beschrieb noch die handwerklichen Mühen des Fotografierens zu diesen Zeiten. Schlesiger musste mit Blende, Belichtung und Blitz exakt umgehen und die Filme selbst entwickeln.

"Ich wollte einen Überblick über Schlesigers Werk geben und ihn nicht nur als Chronisten seiner Zeit, sondern auch als Fotokünstler ehren", erläuterte Projektleiter Ferdinand Leikam.

Und das ist dem Team bestens gelungen, allein durch die spannende Aufteilung in vierzehn thematische Kapitel, darunter "Licht und Dunkelheit", "Personen", "Tiere", "Arbeitsszenen" oder "Mengen". Die einzelnen Bilder sind teilweise in sogenannten "Wolken" also in ungleichmäßigen Gruppen an die Wände gehängt. In der Raummitte steht ein großes Gerüst, an dem ebenfalls Bilder befestigt sind, die gewissermaßen schweben.

Besonders in den Spiegelungen tritt der Fotokünstler zutage, wie beim Feuerwerk über dem Stadtgarten oder der neuen Beleuchtung an der Rheinbrücke. Schlicht großartig.

Quelle: Badische Neueste Nachrichten | Karlsruhe | KARLSRUHE | 31. März 2025

Service

Weitere Informationen sowie den Veranstaltungskalender finden Sie für die Dauer der Ausstellung hier.

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